25
Mai
08

9. Pflege der Nerven

Störungen in den Nerven kommen heutzutage nicht selten vor. Viele Menschen klagen über „Nervössein“. Diese Krankheit besteht in einer Schwäche der Nerven. Sie hat ihren Ursprung in der Überreizung des Gehirns, wie sie z. B. durch heftige Gemütsbewegungen, Leidenschaften, Sorgen und übermäßige Anstrengung im Arbeiten hervorgerufen wird. Die beste Vorsichtsmaßregel gegen diese Krankheit ist fleißige Bewegung in frischer Luft. Durch solche Bewegung bewirkt man, daß das Blut leicht und schnell durch die Adern des Gehirns fließt und so das Gehirn gut ernährt wird. Ferner muß man stets für gehörige Abwechslung zwischen Arbeit und Ruhe sorgen. Die beste Ruhe aber gewährt der Schlaf. Willst du gut schlafen, so lege dich nicht mit vollem Magen ins Bett! Iß zu Abend leicht verdauliche Speisen! Vermeide vor dem Schlafengehen heftige Gemütsaufregungen! Arbeite, besonders geistig, nicht zu lange vor dem Schlafengehen! Geh nicht zu früh und nicht zu spät ins Bett! „Eine Stunde Schlaf vor Mitternacht ist besser als zwei Stunden Schlaf nach Mitternacht.“ Schlafe des Morgens nicht zu lange! Zu langes Schlafen verweichlicht den Körper. Die Dauer des Schlafes richtet sich nach der Beschaffenheit des Menschen. Ein gesunder erwachsener Mensch gebraucht täglich 7 Stunden Schlaf, ein Kind desto mehr, je jünger es ist. 10-12 jährige brauchen noch 10 Stunden Schlaf. Das Schlafzimmer muß geräumig sein und tüchtig gelüftet werden. Das Lüften am Tage allein reicht nicht aus. Auch nachts muß gelüftet werden; jedoch darf sich das geöffnete Fenster nicht zu nahe bei dem Schlafenden befinden, damit er keine Zugluft bekommt. Stark duftende Blumen gehören nicht ins Schlafzimmer. Die Unsitte, in unreiner, verdorbener, mit allerlei Dünsten angefüllter Luft zu schlafen, ist die Ursache vieler Krankheiten. Am besten ist es, wenn das Schlafzimmer nach Mittag oder Morgen zu liegt. – Sehr schädlich wirkt auch auf die Nerven der Genuss von Branntwein, Bier, Wein, starkem Kaffee und Tee. Auch vermeide man starke Gehirnerschütterung sowie übermäßige Hitze. (Sonnenstich.) Durch Zerplatzen eines Blutgefäßes im Gehirne entsteht der Hirnschlag. Er bewirkt bei mäßiger Ausdehnung Lähmung der entgegengesetzten Körperhälfte, bei größerem Umfange den Tod, Besondes tritt er bei vollblütigen Menschen nach reichlichen Mahlzeiten oder heftigen Gemütserregungen ein.

(L. Kahnmeyer und H. Schulze, Sächsisches Realienbuch, 315. Gesamt-Auflage, Verlag von Belhagen & Klasing, Bielefeld und Leipzig, 1928, Seite 158, Link von mir)

Hat was. Nur hatte ich keine Lust, noch den Unterschied zwischen normalem und Schluss-S rüberzubringen.

– .w

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